Konfizeit – schöne Zeit?!

Liebe Gemeinde,

viele Jahre durfte ich verschiedene Konfirmandenjahrgänge begleiten. Bei der letzten Konfirmation im Mai dieses Jahres nahm ich nun Abschied.
Die Entscheidung aufzuhören fiel mir nicht leicht, aber es war an der Zeit, jüngere Betreuer mit ins Boot zu nehmen.

Ich könnte als ehemalige Begleiterin der Konfirmanden ein Buch schreiben. Mit vielen schönen Erlebnissen, aber es gab auch Tiefpunkte. Doch das Gute, das Miteinander, hat gesiegt.
Was hat sich nicht alles in den vielen Jahren der Konfirmandenzeit geändert. Das Fest der Konfirmation wurde von Ostern verlegt, damit die Konfis nicht nur Geburt und Leben von Jesus erfahren, auch die Zeit der Kreuzigung und Auferstehung.

Streng ging es früher zu! Aber auch in meiner Konfirmandenzeit haben wir manchmal unserem Pfarrer Streiche gespielt, damit er sich so richtig aufregt. Hat geklappt! Wir wurden oft angeschrien, lachen durfte man nicht. Wir mussten auch viel auswendig lernen und die Konfirmanden-Prüfung war nicht einfach.

Da haben es unsere Konfis heute besser, und das ist auch gut so. Was haben wir im Unterricht gelacht und diskutiert. Doch dann wieder Ruhe reinzubringen, das war für mich oft grenzwertig. Aber nur manchmal. Sie waren immer „meine Konfis“. Ich hatte sie gerne und darum gab es auch in jeder Stunde Kekse oder Gummibärchen.

Für die Jungs und Mädchen war es im Laufe ihrer Konfirmandenzeit nicht immer leicht sich zu konzentrieren. Oft kamen sie gestresst nach einem langen Schultag zum Konfi-Unterricht. Dann hieß es auch hier, aufmerksam zu sein, ruhig, mitarbeiten und sonntags früh aufstehen, zum Gottesdienst gehen und auch hier hieß es aufmerksam sein, ruhig sein.

Dann kam schon auch mal ein Spruch wie „blöde Konfi-Zeit, bin froh, wenn das wieder vorbei ist“. Da fühlte auch ich mich in der Verantwortung, in der Zeit, in der ich die jungen Menschen begleiten durfte, Ihr Ansprechpartner zu sein. Und wenn Sie dann nach einem Jahr Konfi-Unterricht sagen konnten: „Schade, dass die Zeit vorbei ist, es war doch schön“. Dann war auch ich glücklich und zufrieden.
Aber der Weg dahin war lang und ist lang, nicht immer leicht und doch bin ich froh, dass wir Ihn gemeinsam gehen durften.

Interessant fanden es die Konfis, Ihre Kirche zu erkunden, und unser Kirchendiener Herr Hocker war geduldig und er konnte auch alle Fragen beantworten. Ich lernte viele junge Menschen kennen, die sehr verschieden waren und viele, viele Namen musste ich mir merken. Das war auch für mich nicht einfach. Gut, mal waren sie unruhig und laut – sehr laut. Dann wieder aufmerksam, bereit mitzuarbeiten und haben mich immer wieder überrascht, wie kreativ sie sind.

In der Gruppenarbeit waren sie immer stark. Wenn ich ihre Fürbittengebete gelesen habe, war ich manchmal den Tränen nah. Sie beteten für den Weltfrieden, die Umwelt, für Mama und Papa, dass Sie sich nicht trennen und für die ganze Familie und Freunde.
Manche Jahrgänge gestalteten mit Ihren eigenen Worten ein Vaterunser, das man zu jeder Zeit in der Kirche, beim Gottesdienst lesen konnte. Oft waren sie auch mutig und gingen auf die Straße und haben Gemeindeglieder gefragt: Sind sie getauft? Kennen Sie die zehn Gebote? und vieles mehr. Meistens sammelten sie dabei gute Erfahrungen, über die dann im Unterricht gesprochen wurde.

Ein Konfi-Jahrgang arbeitete an einem ökumenischen Mahnmalprojekt für die deportierten Juden Badens.
Wir besuchten mit verschiedenen Gruppen die Johanns-Diakonie in Mosbach. Da konnten unsere jungen, gesunden Jugendlichen sehen und erfahren, dass das Leben mit einer Behinderung auch lebenswert ist. Für mich war es auch immer erfreulich, wenn sich die Konfis am Gottesdienst beteiligten. Da war ich schon stolz auf „meine Konfirmanden“.

Die Konfis wurden für das Abendmahl vorbereitet und über die Taufe informiert. Pfarrer Hirsch brachte eine Babypuppe mit, dazu Taufschale und Taufkanne. Jeder, jede durfte die Puppe taufen mit den Worten, die sie gelernt hatten. Ach die arme Puppe! Mal flog sie hin, mal flog sie her, sie landete auf dem Boden und alle freuten sich. Bis auf Pfarrer Hirsch und ich. Aber nach einem Machtwort kehrte wieder Ruhe ein und die Baby-Puppe wurde getauft. Alles war gut.

Sehr gerne habe ich mit den Konfis in der Bibel gelesen. Dadurch hörten sie von Maria und Josef, der Geburt Christi. Von Jesus, der die Menschen zu Jüngern machte, von seinem Leben und Wirken, seine Bergpredigt, bis hin zur Kreuzigung und Auferstehung. Und sie lernten Psalmen lesen.

Die Konfis haben erfahren: Jesus lebt und wir werden mit Ihm leben.
Über meine Zeit mit den Konfirmanden gäbe es noch so viel zu erzählen. Es gab sehr viel schönes, auch viel Stress und manche lustige Episode. Konfirmanden sind junge Menschen, die nachfragen und die im Unterricht auch mich immer wieder an meine Grenze brachten. Es gibt Dinge die lassen sich mit unseren menschlichen Worten nicht mehr erklären. Da war es für mich gut, einen Pfarrer oder eine Pfarrerin an der Seite zu haben. Es war immer schön, mit den Konfis zu lernen, sich über unseren Glauben auszutauschen.

Ich bin dankbar, dass ich solche jungen Menschen begleiten durfte. Sie waren eine Bereicherung in meinem Leben. Nach jeder Konfirmandenzeit, nach jedem Abschied kam Traurigkeit auf und oft flossen die Tränen.
Aber wenn mich dann meine Konfis umarmten und feststellten, dass ihre Konfi-Zeit eine schöne Zeit war, dann war ich glücklich. Ich habe versucht, all die vielen Jahren, ein Samenkorn in das Herz der Konfirmanden zu legen. Ein Samenkorn der Liebe, des Vertrauens, der Hoffnung, des Glaubens so wie es in der Bibel steht. Ein Weizenkorn, das wie so oft in die Erde fällt und dann doch zu fruchttragendem Getreide erwächst. Ich bin voller Hoffnung, dass mein Samenkorn der Liebe aufgeht. Ich wünsche allen Konfirmanden, dass sie im Glauben wachsen und in der Liebe Gottes bleiben können. Dass sie Menschen finden, die es ehrlich mit ihnen meinen, gute Freunde, die sie auf ihrem weiteren Lebensweg begleiten.

Zu den neuen Konfirmanden/Konfirmandinnen sage ich: Ihr seid unserer Kirchengemeinde herzlich willkommen. Frau Pfarrerin Leonhardt und Ihr Konfi-Team freuen sich auf Euch.

Alles Liebe, Trudel Eichhorn.

Weißwurst, Brezel und Bier am 1. Oktober 2017 nach dem Gottesdienst




Evangelischer Seniorenkreis

Nach den Sommerferien geht es am 12. September um 14:20 Uhr nahtlos weiter. Unsere Senioren haben dank der Gemeinde im Riegler-Haus einen schönen Platz gefunden, so dass auch in Zukunft im 14-Tage-Takt die Senioren­nach­mit­tage statt­finden werden.

Hierzu sind auch alle Gemeindeglieder , die nicht alleine sein möchten, herzlich eingeladen.

Das Seniorenkreis-Team freut sich auf ein Wiedersehen.